Hast Du dich schon einmal allein gefühlt?
Ich meine nicht diese einfache Einsamkeit, wo man einfach zum Telefon greift und jemanden anruft. Ich meine dieses Gefühl, das alles verzehrt, das Dich mit einem unbeschreiblichen Schmerz in der Brust zurücklässt. Einem Schmerz, der sich teilweise wie echter physischer Schmerz anfühlt. An diesem Punkt merkt man auch insgeheim, wer die wahren Freunde sind und wer nur die "ab und zu" Freunde. Ich möchte nicht sagen die "falschen" Freunde, denn ich denke, dass sie sich wirklich Mühe geben. Jedoch ist man ihnen nicht wichtig genug, um ans Telefon zu gehen. Um sich das Gejammere anzuhören, um ihren Spaß zu unterbrechen, um vielleicht auch mal ein wenig länger wach zu bleiben. An diesem Punkt hat man -meiner Erfahrung nach- eine neue Dimension an Einsamkeit und Trauer erreicht, denn man sieht sich plötzlich zwei Problemen gegenüber: 1.) das "eigentliche" Problem und 2.) dem Problem, dass es deinen eigentlichen Freunden egal ist, wie es dir geht. Ich verurteile niemanden, der nicht sofort ans Handy geht. Aber nach dem ca. 20.ten Mal wird es nun mal auffällig.Verzweiflung trägt merkwürdige Früchte
Nun, wenn man diesen Punkt der Einsamkeit/Trauer/Verzweiflung erreicht hat, tut man merkwürdige Dinge. Okay, ICH tue merkwürdige Dinge. Während andere Sport machen, ein Buch lesen, Musik hören oder ein entspannendes Bad nehmen, habe ich die 1-A Angewohnheit entweder mit irgendwem einen Streit anzufangen oder -wie in diesem Fall- irgendeiner Person zu schreiben, mit der ich eeeewig keinen Kontakt hatte bzw. den Kontakt abgebrochen hat oder sie mit mir.Nun denn, ich habe diesen Punkt mal wieder erreicht und habe diesmal letzteres getan:
Jemandem geschrieben, der eigentlich keinen Kontakt mehr mit mir wollte. Yay. Gut, Person und ich haben uns "vertragen" mit der Absicht "ab und zu was zu unternehmen, aber nicht versuchen eine enge Freundschaft aufzubauen". Schööööön, wozu will ich mich dann treffen? Zum Grashüpfer zählen? Egal, Ego besänftigt, ich bin doch nicht komplett scheiße.
Die Verzweiflungstat löst nicht den Auslöser
Jetzt sitze ich da, mit einer neuen "ab und zu was unternehmen"-Bekanntschaft, und fühle mich trotzdem noch nicht besser. Warum? Weil die oben genannten Probleme immer noch wie die Aasgeier über mir kreisen und nur darauf warten, mir wieder in Erinnerung zu rufen, wieso es mir so dreckig geht. Gerade hat eine Freundin zurückgerufen, ich habe nicht abgehoben. Sie hat auch kein zweites Mal angerufen oder mir geschrieben. Es einfach abgehakt. Vielleicht bin ich unfair, mag sein.Aber ich bin auch ein Mensch, der immer Spalier steht, wenn eine Freunde etwas brauchen. Ich habe gerade ein Date und einer Freundin geht es schlecht? Kein Ding, das Date muss -definitiv angepisst- warten. Ich bin todmüde, aber jemand will mir zum tausendsten Mal von demselben Problem Berichten? Never mind, ich kann telefonieren. Und falls ich mal einen Anruf verpasse, rufe ich sofort zurück oder schreibe zumindest eine Nachricht und entschuldige mich. Wieso? Weil mir meine Freunde und deren wohl nun einmal wichtig sind.
Das ist definitiv nicht gesund, aber so bin ich nun mal. Ich frage mich nur, wann endlich mal jemand so für mich empfindet. Wann jemand mal versucht diesen mich von innen zerreißenden Schmerz von mir zu nehmen.
Ich glaube, darauf kann ich lange warten.
Das wird eine lange Nacht.
siimplymylife
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